Das Megos .NET-Weblog

18. April 2009

Und wieder mal TechDays

Gespeichert unter: Keine Kategorie — Schlagworte: , , — René Brunner @ 09:48

Etwas über ein Jahr ist es her, seit ich mit einem Eintrag über die Microsoft TechDays 2008 diesen Blog eröffnen durfte. Letzte Woche war ich nun an den TechDays 2009, dieses Mal im Kursaal in Bern.

Es war eine gut besuchte, professionell durchgeführte und solide Veranstaltung. Wie schon letztes Jahr waren es für mich gut investierte 2 Tage, um zu erspüren, wo die Reise hingeht mit Microsoft und den Technologien dieser Firma.

Die für die Megos vielleicht wichtigste Information, die ich mitgenommen habe: WPF ist jetzt einsatzfähig. Dies wurde klar anhand der Preisverleihung für den .NET Swiss Innovation Award, wo eine WPF- und 2 Silverlight-Applikationen prämiert worden sind – alle 3 nicht-triviale, real existierende Applikationen, offenbar reif für den produktiven Einsatz. (Ein paar Details zum Award und den Gewinnern findet man in einem Infoweek-Artikle hier.) Auch der Stand von WPF plus entsprechender Tools ist mittlerweile um Längen besser als noch vor zwei Jahren oder so, wo Microsoft vorschlug, WPF-Applikationen ohne ein DataGrid-Control und ohne IntelliSense für XAML zu entwickeln…

Eine weitere interessante, in einem gut gemachten Vortrag präsentierte Sache sind die Parallel Extensions, mit deren Hilfe man für seine Programme unter .NET 4.0 auf relativ einfache Weise mehrere Cores bzw. Prozessoren wird nutzen können. Zunächst schien mir die Sache etwas überspitzt formuliert ein wenig paradox: Da baut man in der Form des .NET-Frameworks zuerst erst ein System, das mit seinem Pseudocode-basierten Ansatz, Garbage Collecting, aufwendigen Laufzeit-Informationen für Reflection usw. ziemlich gut geeignet ist, um Prozessorleistung abzufackeln, und dann geht man hin und baut eine Erweiterung, um das sogar noch mit mehr als einem Core gleichzeitig zu tun.

Aber es macht schon einen gewissen Sinn: Dank JIT-Compilierung und mächtigen Prozessoren spielt der .NET-Overhead mit der Zeit eine immer kleinere Rolle, aber wie man die laufend grösser werdende Zahl an Cores einfach und sinnvoll nutzen kann, wird wohl eine der grossen Fragen der Zukunft sein, und zwar eine, die sich als ziemlich harte Nuss erweisen dürfte.

Zudem sieht man, dass es auch klare Vorteile hat, sich mit dem .NET Framework auf einer relativ hohen Abstraktions-Ebene bewegen zu können: Microsoft hat es in der Hand, seine .NET-Sprachen geeignet um neue Sprachkonstrukte für paralleles Programmieren zu erweitern, und das .NET Framework ist ein geeignetes System, um möglichst viele der „schmutzigen“ Details vom Entwickler fernzuhalten und gewissermassen „hinter den Kulissen zu verstecken“.

Mehr zu diesem Thema find man auf der MSDN-Website hier.

Wie letztes Jahr besuchte ich mit grossem Genuss zwei Vorträge von Sascha P. Corti. Microsoft Schweiz soll gut Acht geben auf diesen Mann, den sollten sie unbedingt behalten.

Der für mich ganz persönlich absurdeste Moment dieser TechDays war, als stolz die Out of Browser genannte neue Fähigkeit der kommenden Version 3 von Silverlight präsentiert wurde: Damit ist es möglich, entsprechend vorbereitete Silverlight-3-Applikationen lokal zu installieren und dann komplett ausserhalb des Browsers laufen zu lassen. (Technische Details findet man z.B. hier).

Ohne Zweifel technisch gesehen eine beeindruckende Leistung, an der die Jungs und Mädels in Redmond wohl hart gearbeitet haben, um sie zu vollbringen. Aber warum fand ich das in gewisser Weise absurd? Lassen Sie es mich mit den Worten eines hypothetischen, fanatischen Web-2.0-Fans einmal so formulieren: „Wow! Ich dachte immer, man braucht einen Browser, um Applikationen laufen zu lassen. Jetzt geht das ja sogar ohne Browser!“. Ja, ja, wer hätte das gedacht, Applikationen, die lokal auf einem PC laufen.

31. März 2008

Wir sind jetzt Helden

Gespeichert unter: Keine Kategorie — Schlagworte: , — René Brunner @ 14:18

Wie 3 meiner Kollegen nahm ich an den diesjährigen Microsoft TechDays teil, die am 19. und 20. März in der St. Jakobshalle in Basel durchgeführt wurden. Da kommt die Ehre, den allerersten Beitrag für das Megos .NET-Weblog schreiben zu dürfen, gerade recht, um meine Eindrücke festzuhalten.

Hat es im Zeitalter von Internet und Google immer noch einen Sinn, für 2 Tage persönlich nach Basel zu pilgern und sich Vorträge anzuhören, statt einfach alles am Bildschirm zu recherchieren und nachzulesen? Für mich lautet die Antwort ja, denn nur so bekommt man ein Stimmungsbild, und das ist wichtig, wenn man eine ganze Firma mittelfristig auf genau dieses Fundament stellen will, um das es bei diesem Event ging.

Auffallend war die grosse Anzahl Teilnehmer, weit über 1000. Man fragt sich spontan, wo in der kleinen (Deutsch-)Schweiz die alle herkommen, und man muss annehmen, dass Microsoft mit .NET und C# ein Angebot macht, das bei Schweizer Entwicklern auf fruchtbaren Boden fällt.

Beeindruckt hat mich die Konsequenz, mit der Microsoft alles auf C# umstellt. C# für den Code der Applikationen selbst, natürlich. C# als Code hinter Web-Applikationen, auch klar. C# für stored procedures im SQL Server, auch schon seit einer Weile, und warum nicht. Die Funktionalität der Office-2007-Programme mit C#-Code statt mit VBA erweitern zu können, ist hingegen ziemlich neu, aber eben folgerichtig, auch wenn es nicht einfach werden wird, gegen all die bestehenden Berge von VBA-Code anzugehen. Einen .NET-Button in ein Word-Dokument aufnehmen und dessen Event Handler in C# schreiben zu können, als ob nichts wäre, ist wirklich nicht schlecht.

Selbst die kleinsten Computer, mit denen man als „normaler“ Programmierer heutzutage arbeitet, nämlich Smartphones und PDAs, kann man, sofern Windows Mobile drauf läuft, Sie haben’s erraten, in C# programmieren.

All die Legionen von Open-Source-Programmieren mögen Microsoft zusetzen, und es wird interessant sein zu verfolgen, wie sich die Sache langfristig entwickelt, aber wie man an C# sieht, hat es auch Vorteile, eine Firma zu sein, wo jemand eine Linie vorgeben kann, die dann konsequent durchgezogen wird, mit wie erwähnt mittlerweile beeindruckenden Resultaten.

Die Keynote war eine verpasste Chance, wenn man mich fragt. Da hat man mal über 1000 für Microsoft wichtige Leute zusammen, von denen sich viele wohl wie ich erhoffen, persönlich und live zu sehen, wohin die Reise geht, mit einem Jahr Wartezeit für Microsoft bis zur nächsten solchen Gelegenheit, und bekommt dann eine „Konserve“ von Vortrag vorgesetzt, bei der es um alles mögliche geht, nur nicht um Dinge, welche Entwickler interessieren. Nun ja.

Bei den Vorträgen gab es hingegen jede Menge interessante Dinge zu hören und zu sehen. Unter den Vortragenden ist Sascha P. Corti mit Abstand mein persönlicher Favorit, so ziemlich egal, worum es geht – der Mann macht einfach gute Laune, und seine Begeisterung steckt an.

WPF (Windows Presentation Foundation, langfristig wohl die Ablösung für die bisherigen Benutzeroberflächen mit „normalen“ Windows-Controls) wurde ziemlich prominent dargestellt in mehreren Sessions. So etwas völlig neu aus dem Boden zu stampfen und zur Einsatzreife zu bringen dauert seine Zeit, aber es macht den Eindruck, als sei es bald geschafft. WPF ist auf jeden Fall etwas, das wir uns in der Megos näher anschauen werden.

Auch wenn mir persönlich das Motto der Veranstaltung HEROES happen {here} nicht viel sagte, haben sich diese zwei Tage auf jeden Fall gelohnt.

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