Visual Studio Refactoring und Code in .aspx

Als ich vor ein paar Jahren die Refactoring-Befehle in Visual Studio kennenlernte, insbesondere das Rename-Kommando, hatte ich irgendwie das Gefühl, nach einem langem Aufenthalt in der Tool-Steinzeit endlich in der Moderne angekommen zu sein: Nie wieder der Horror von rein textuellem Search & Replace, wenn 2 ganz verschiedene Dinge gleich heissen und man nur eines davon umbenennen will.

Mit der Zeit denkt man gar nicht mehr so darüber nach: Ist doch selbstverständlich, den Texteditor mit dem Compiler zusammenzuschalten, der schliesslich ganz genau weiss, welche Referenz auf welches Objekt zeigt, ganz egal, wie viele Dinge rein textuell gesehen gleich heissen.

Als vor kurzem ein ASP.NET-MVC2-Projekt nach einem Refactoring mit Fehlern in .aspx-Files nicht mehr kompilieren wollte, dachte ich zuerst an eine Fehlbedienung meinerseits oder an einen nur sporadisch auftretenden Bug in Visual Studio 2010, aber eine Recherche heute brachte schliesslich Klarheit: Es herrscht wieder Steinzeit. Das Refactoring in VS2010 ist nicht schlau genug, bei Rename auch Code-Stücke in .aspx-Files zu erfassen.

Man findet dieses Problem im Internet, z.B. in dieser Frage auf Stack Overflow, aber eine eigentliche Empörung über dieses klaffende Loch im System scheint es interessanterweise nicht zu geben. (Intellisense funktioniert auch in .aspx-Files, irgendwie, aber mit einem Fehlen jenes Features wäre Microsoft wahrscheinlich nicht durchgekommen bei der Entwickler-Gemeinde.)

Zum Glück gibt es Leute, welche sich solcher Probleme annehmen, und Tools wie ReSharper programmieren, welche die Welt sozusagen wieder geraderücken.

Allerdings droht bereits neues Ungemach: Leute scheinen sich immer wieder neue Spielarten von Syntax auszudenken, wie man am besten und elegantesten C#-Code mit HTML mischt, nicht zuletzt Microsoft selbst mit der neuen Razor View Engine für ASP.NET MVC3. Und diese neuen Spielarten überfordern dann Tools wie den erwähnten ReSharper zunächst wieder, wie man etwa im Blog der Hersteller-Firma nachlesen kann.

Das ist wohl ein nicht zu vermeidendes Problem im Zuge der rasanten Weiterentwicklung, welche die ganze .NET-Welt mitmacht…

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