Stoppt den Trivial-App-Wahnsinn

Ich verfolge seit etwa 2 Wochen systematisch und fast täglich, welche Apps neu herauskommen für Windows Phone 7.

Dabei fiel mir schon bald einmal eine Klasse von Apps auf, die ich als Trivial-Apps bezeichnen würde, weil sie einen sehr geringen Funktionsumfang haben. Einmal neugierieg geworden, habe ich mir dann einen Spass daraus gemacht, besonders triviale und besonders idiotische Apps zu finden.

Da haben wir zum Beispiel die 5Fakten xyz-Reihe von Apps, etwa 5Fakten Giraffe des Publishers JeDaAppz:

5 Fakten Giraffe

Was Sie hier auf dem Screenshot sehen, ist wirklich und wahrhaftig schon alles: 5 Fakten über die Giraffe, angezeigt nach dem Berühren eines Buttons.

Oder vielleicht interessiert Sie eine WP7-App wie Costa Cordalis, welche die komplette Diskographie des Sängers Costa Cordalis auflistet; die Sonderzeichen-Fehler müssen Sie dabei allerdings leider in Kauf nehmen:

Costa Cordalis

Einen (vielleicht nur vorläufigen) Tiefpunkt hat die Sache in meinen Augen heute erreicht, mit dem Erscheinen der App geburtsortGoethe, weil diese App nicht nur durch eine besonders triviale Funktionalität besticht (ein 1-Frage-Quiz), sondern als Zückerchen noch mit einem falschen Stadt-Namen aufwartet (bei der ersten Option kann natürlich fast nur Weimar gemeint sein):

Geburtsort Goethe

Leider habe ich keine Kontakt-Möglichkeit zu den Publishern dieser Apps gefunden, um zu fragen, was diese damit bezwecken. Wohlwollend könnte man vielleicht spekulieren, dass es sich hier um die Resultate von Teilnehmern von Programmierkursen handelt, die zum Abschluss ihre selbst geschriebene App in den Marketplace stellen dürfen.

Bei mittlerweile über 20 5Fakten-Apps über verschiedenste Tiere taugt allerdings eine solche Erklärung eher nicht. Vielleicht ist in diesem Falle der Publisher ein Teilnehmer einer jener Wettbewerbe, bei dem derjenige z.B. ein Gratis-WP7-Smartphone gewinnt, der bis zu einer bestimmten Deadline die meisten Apps im Marketplace veröffentlicht hat. Ja, solche Wettbewerbe gibt es tatsächlich, in verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Sponsoren (z.B. hier), und wenn man einen solch fragwürdigen Anreiz setzt, muss man sich nicht wundern, wenn fragwürdige Apps dabei herauskommen.

Wäre es die Pflicht von Microsoft, als allmächtiger Wächter über den Marketplace einzuschreiten und Apps die Veröffentlichung zu verweigern, wenn sie nicht über eine bestimmte Minimal-Funktionalität verfügen? Ich glaube kaum, dass ein solches Vorgehen praktikabel wäre. Es gibt durchaus sinnvolle Apps mit sehr wenig Funktionalität, die ihre Berechtigung haben, weil sie trotzdem einen Nutzen bieten, wie z.B. eine „Taschenlampe“-App. Wer wollte hier Grenzen ziehen, ohne dass es ständig zu Querelen zwischen Microsoft und den Publishern kommt und ohne dass Microsoft der Aufwand für die Prüfung der Apps durchs Dach geht?

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