Entwickeln für WP7 – wie ist das denn so?

Die erste Megos-App für Windows Phone 7 ist fertig und kann hier im Marketplace weltweit heruntergeladen werden. Eine umfangreichere Beschreibung findet man auf Englisch hier.

Bei dieser kostenlosen und werbefreien App namens NickWrite habe ich versucht, eine Art Text-Editor für WP7 zu bauen. Sie bietet Funktionen wie etwa Undo/Redo, die heute in praktisch keiner Desktop-Applikation mehr fehlen dürfen, die mit dem Schreiben von Text zu tun hat, die aber seltsamerweise auf Smartphones bislang nicht zu finden sind.

Hier mein Bericht, wie es mir ergangen ist beim Entwickeln für WP7:

Die Werkzeuge, also Visual Studio 2010, Expression Blend 4 und der WP7-Emulator sowie C# und Silverlight in der WP7-Variante funktionieren bestens: stabil, ausgereift, gut verständlich. Man kann sich im wesentlichen auf das Entwickeln konzentrieren und merkt oft kaum, dass man nicht für einen PC, sondern etwas ganz Anderes programmiert.

Das Remote Debugging auf dem Smartphone funktioniert bestens und hat zeitweise fast etwas Magisches an sich.

Mit der Geschwindigkeit der Code-Ausführung und der grafischen Ausgabe auf dem Smartphone hatte ich so gut wie keine Probleme. Auch beim Einsatz von Speicher brauchte ich nicht zu knausern.

Natürlich ergeben sich für einen Neuling wie mich trotzdem jede Menge Fragen, aber die lassen sich mit Hilfe von Google meistens schnell beantworten: Dafür, dass WP7 noch so jung ist und die Verkäufe von WP7-Smartphones zumindest bis jetzt noch niemanden vom Hocker reissen, gibt es bereits eine erstaunliche Menge von Material zu WP7 im Internet, etwa auf Stack Overflow oder in Blogs zum Thema.

So weit, so gut.

Auf der Negativ-Seite ist zu erwähnen, dass ich fast andauernd mit dem WP7 API und seinen Limiten zusammenstiess. Ich habe mich schon in früheren Blog-Einträgen darüber ausgelassen: Man darf einfach gar nichts. Das ist für einen App-Entwickler, der etwas ambitioniertere Ideen umsetzen will, die reinste Spielverderberei.

Viele der Limiten sind durchaus sinnvoll, was man erkennt, wenn man die Seite wechselt und den Blickwinkel des Smartphone-Benutzers einnimmt, der vor unangenehmen Überraschungen sicher sein will. Aber viel Funktionalität, die betreffend Sicherheit völlig unproblematisch wäre, fehlt schlicht und einfach. Man kann etwa nur mit Tricks feststellen, wie viele Pixel breit ein bestimmter String wird, wenn man ihn auf dem Bildschirm darstellt – und das bei einer GUI!

Der Marketplace ist mittelprächtig. Ich habe festgestellt, dass dessen Suche die Beschreibung einer App vollkommen zu ignorieren scheint; nur wenn jemand nach den bei der App hinterlegten Stichworten sucht, wird man gefunden. Und selbst da gibt es ein Problem: Bei einem sehr häufig gesetzten Stichwort wie SMS oder Text kommen nicht alle Apps, sondern nur etwa 200 oder so, der Rest wird einem ohne den geringsten Hinweis einfach vorenthalten.

Dass man bei einem Screenshot immer noch nicht angeben kann, ob er hoch oder quer ist, muss man meiner Meinung nach einfach nur als Witz bezeichnen: Soll man den Monitor kippen, um sich Landscape Screenshots anzusehen?

Wieder auf der Positiv-Seite kann ich vermelden, dass meine App nach dem Einreichen sehr schnell zertifiziert und im Marketplace veröffentlicht wurde. Man hört zwar je nach Entwickler auch andere Geschichten, aber ich hatte keine Probleme.

Die tägliche Flut neuer WP7-Apps schwappt weiter gnadenlos über die Welt herein. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass noch eine Tic-Tac-Toe-App mehr erscheint, ohne jede Spezialität, das ganz normale 3×3-Spiel, bei dem jedes Kind weiss, dass man in die Mitte setzt als Eröffnung und dann sicher gewinnt. Heute erschienen so sinnvolle Apps wie etwa „Meter zu Kilometer“ – da ist die App „Fuss zu Meter“, die ebenfalls erschien, schon fast eine Intelligenzbestie im Vergleich.

An sich könnte man sich ja darüber amüsieren, wenn es denn nicht zu einem handfesten Problem führen würde für jemanden, der eine sinnvolle und nützliche App schreibt: Wie wird meine App nebst all diesem Müll bemerkt? Wie finden sie die potentiellen User überhaupt?

Nun, wie ich denke jedenfalls nicht, in dem man sich rein auf den Marketplace verlässt. Man muss sich schon etwas anstrengen und über seine App schreiben, wie etwa in diesem Blog-Eintrag hier!

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